
Online-Shopping ist fantastisch – bis die gewohnte Größe ankommt und sich irgendwie zu eng, zu lang, zu kastenförmig oder einfach… nicht richtig anfühlt. Die gute Nachricht: Die meisten Größenpannen lassen sich vermeiden, wenn man aufhört, sich auf Buchstaben und Zahlen zu verlassen und stattdessen auf die Maße achtet. Dieser Leitfaden hilft Ihren Kunden, die richtige Größe mit mehr Selbstvertrauen zu finden, weniger Retouren zu vermeiden und viel öfter zu staunen: „Wow, das passt perfekt!“
Warum „S / M / L“ nicht ausreicht
Größenangaben sind nicht einheitlich. Eine Größe M einer Marke kann sich wie eine Größe S einer anderen anfühlen, und selbst die gleiche Marke kann je nach Schnitt, Material und ob das Kleidungsstück oversized oder körperbetont sein soll, unterschiedlich ausfallen. Deshalb ist der beste Anhaltspunkt nicht das Etikett, sondern die Zentimeter- oder Zollangaben. Maße sind beim Online-Shopping das, was einer Anprobe am nächsten kommt.
Wie man sich selbst misst (ohne es kompliziert zu machen)
Alles, was Sie brauchen, ist ein weiches Maßband und zwei Minuten Zeit. Messen Sie über der Unterwäsche oder dünner, eng anliegender Kleidung, stehen Sie dabei in natürlicher Haltung und ziehen Sie das Maßband nicht zu fest an. Es soll eng anliegen, aber nicht einschneiden.
Die drei wichtigsten Maße sind Brustumfang, Taillenumfang und Hüftumfang. Messen Sie beim Brustumfang an der breitesten Stelle Ihrer Brust. Messen Sie beim Taillenumfang an der schmalsten Stelle Ihres Oberkörpers, nicht dort, wo Ihre Jeans sitzen. Messen Sie beim Hüftumfang an der breitesten Stelle, üblicherweise am Gesäß. Wenn Sie Hosen oder Jeans kaufen, ist die Innenbeinlänge ebenfalls sehr hilfreich – messen Sie vom Schritt bis zu der Stelle, an der der Saum enden soll.
Der beste Trick: Ein Kleidungsstück ausmessen, das man bereits liebt
Besitzen Sie eine Jeans, die perfekt sitzt, oder ein Oberteil, das Sie immer wieder gerne tragen? Dann nutzen Sie es als Referenz. Legen Sie es flach auf einen Tisch und messen Sie die wichtigsten Punkte wie Taillenweite, Hüftweite, Brustweite, Schulterbreite und Gesamtlänge. Das ist ein echter Gamechanger, denn Sie vergleichen das neue Kleidungsstück mit etwas, von dem Sie bereits wissen, dass es Ihnen passt, anstatt nur zu raten, wie eine Zahl an Ihrem Körper wirkt.
Passformen verstehen: Slim, Regular, Relaxed, Oversized
Passformangaben sind wichtig, da sie die Intention hinter der Größenwahl verdeutlichen. Slim Fit liegt enger am Körper an und bietet weniger Spielraum. Wenn Sie zwischen zwei Größen liegen, wählen viele daher die größere für mehr Komfort. Regular Fit ist der klassische, bequeme Schnitt. Relaxed und Oversized-Schnitte sind bewusst weiter geschnitten. Wenn Sie dieses zusätzliche Volumen nicht wünschen, kann es sinnvoll sein, eine Nummer kleiner zu wählen – insbesondere bei Oberteilen und Hoodies.
Der Stoff verändert alles
Der Stoff ist der entscheidende Faktor. Dehnbare Materialien wie Jersey, Strickwaren und Denim mit Elastan sind nachgiebiger und passen sich Ihrer Figur an. Steifere Stoffe wie nicht dehnbarer Denim, Popeline und strukturierte Baumwolle geben weniger nach, daher sind genaue Maße hier besonders wichtig. Bei dehnbaren Kleidungsstücken müssen die Maße nicht exakt stimmen. Bei nicht dehnbaren hingegen schon.
Oberbekleidung, Schichten und das „Winterproblem“
Jacken, Mäntel und Blazer können knifflig sein, da man nicht nur die Größe des Kleidungsstücks selbst, sondern auch die darunter getragene Kleidung berücksichtigen muss. Wer einen dicken Pullover darunter tragen möchte, braucht mehr Platz an Schultern, Brust und Armen. Ein Mantel, der über einem T-Shirt perfekt aussieht, kann sich im Alltag bei kälterem Wetter einengend anfühlen.
Was tun, wenn man zwischen zwei Größen liegt?
Wenn Sie zwischen zwei Größen schwanken, ist die beste Frage, wie Ihnen die Passform am besten gefällt. Bevorzugen Sie eine engere Passform und ist der Stoff dehnbar, passt meist die kleinere Größe. Ist der Stoff hingegen fest oder wünschen Sie sich Komfort und Bewegungsfreiheit, ist die größere Größe oft die sicherere Wahl. Bei Hosen ist die Passform am Bund meist ausschlaggebend, da sie am schwierigsten anzupassen ist, während Hüfte und Oberschenkel je nach Schnitt flexibler sind.
Ein kurzer Check, bevor Sie den Artikel in den Warenkorb legen
Vergleichen Sie vor dem Kauf die Maße in der Größentabelle mit Ihren Körpermaßen oder den Maßen Ihres Lieblingskleidungsstücks. Werfen Sie anschließend einen zweiten Blick auf die Passformbeschreibung und die Materialzusammensetzung. Diese drei Informationen zusammen sind aussagekräftiger als die Größenangabe auf dem Etikett.

